OSINT (Open Source Intelligence)
Definition
OSINT steht für „Open Source Intelligence" – die systematische Beschaffung, Auswertung und Verknüpfung von Informationen aus frei zugänglichen Quellen. Dazu zählen Websites, soziale Netzwerke, Foren, Stellenanzeigen, öffentliche Register, Domain- und DNS-Daten, geleakte Datensätze sowie technische Informationen wie offene Ports oder Zertifikate. Entscheidend ist nicht das einzelne Datenfragment, sondern die Kombination vieler öffentlich verfügbarer Puzzleteile zu einem aussagekräftigen Gesamtbild.
OSINT ist zunächst neutral: Dieselben Methoden nutzen sowohl Angreifer als auch Verteidiger. Cyberkriminelle setzen OSINT in der Vorbereitungsphase eines Angriffs ein, um Mitarbeiternamen, E-Mail-Adressen, eingesetzte Technologien oder Schwachstellen zu recherchieren – etwa für gezielte Phishing- oder Social-Engineering-Angriffe. IT-Sicherheitsteams wiederum nutzen OSINT, um genau diese Angriffsfläche aus Sicht des Angreifers zu sehen und zu verkleinern, bevor sie ausgenutzt wird.
Praxisbeispiel
Ein mittelständisches Unternehmen möchte wissen, welche Informationen über es im Netz auffindbar sind. Im Rahmen einer OSINT-Analyse werden öffentliche Quellen ausgewertet: In Stellenanzeigen tauchen konkrete Software- und Versionsangaben auf, auf LinkedIn sind Namen und Rollen der IT-Abteilung sichtbar, und in einem alten Datenleck finden sich Firmen-E-Mail-Adressen mit Passwörtern. Aus diesen Bausteinen ließe sich ein überzeugender, personalisierter Phishing-Angriff bauen.
Die Erkenntnisse fließen direkt in konkrete Schutzmaßnahmen: veraltete Systeme werden gehärtet oder ersetzt, betroffene Zugangsdaten zurückgesetzt, Mitarbeiter über Security-Awareness-Schulungen sensibilisiert und Multi-Faktor-Authentifizierung eingeführt. So wird aus reiner Informationsbeschaffung ein messbarer Sicherheitsgewinn.
OSINT bei keepbit
keepbit setzt OSINT als Teil von Threat Intelligence und Bedrohungsanalyse ein – etwa im Vorfeld eines IT-Sicherheitschecks, einer Schwachstellenanalyse oder im laufenden SOC-Betrieb. Ziel ist es, Ihre digitale Angriffsfläche aus Angreiferperspektive zu bewerten und Risiken zu schließen, bevor sie zum Einfallstor werden.
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